Symposium 2015

„Kausalität“ ist ein zentrales Konzept im Verständnis von Wissenschaft: Wissenschaften erforschen ihre Gegenstände und untersuchen dabei Ursachen und Gründe (siehe Thematik). Eine stark wissens- und wissenschaftsbasierte Gesellschaft sucht bei den Wissenschaften Ansätze für die Lösung gesellschaftlicher Aufgaben und Probleme und fragt dabei ebenfalls nach kausalen Zusammenhängen, auch bei dem zu diskutierenden Anwendungsbeispiel „Gewaltbereitschaft und Gewaltbekämpfung“, z.B.:

  • Welche kausalen Zusammenhänge führen zu unerwünschten, schädlichen oder erwünschten, nützlichen Wirkungen?

  • Wie könnte gesellschaftlich (politisch, gesetzlich, juristisch, ökonomisch, pädagogisch) gehandelt werden, um mit hinreichend hoher Erwartbarkeit Schädliches zu vermeiden oder zu überwinden sowie Nützliches zu ermöglichen oder gar herbeizuführen?

PROGRAMM

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Mittwoch, 25.03.2015

13:00 – 13:30

 

 

13:30 – 14:15

 

14:15 – 14:45

 

15:00 – 15:45

15:45 – 16:15

 

 

16:15 – 16:45

 

17:15 – 18:00

18:00 – 18:30

 

 

18:30 – 18:45

18:45 – 19:15

19:15 – 20:00 

     

Begrüßung

Grußwort durch den Dekan der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften, Prof. Dr. Jochen Mecke

Diskussionsleitung: Prof. Dr. Rainer Hammwöhner, Informationswissenschaft, Regensburg

1. Vortrag: Einführung zu den Leitfragen, zu sprachlichen Begriffen der Kausalität und des Schlüsse-Ziehens, zur Kommunikationsmethode

(Prof. Dr. Christiane Thim-Mabrey, Dt. Sprachwissenschaft, Regensburg)

Diskussion zu den Leitfragen

Kaffeepause

2. Vortrag: Verständnisse von Kausalität (Prof. Dr. Carsten Held, Philosophie, Erfurt)

Diskutant (fachnah): Prof. Dr. Peter Janich, Philosophie, Marburg

Diskutant (fachfremd): Dr. Alexander Fink, Biophysik, Marburg

à 15 Minuten

allgemeine Diskussion

Kaffeepause

3. Vortrag: Was ist die Ursache des Bösen und des Guten? (Prof. Dr. Bertram Stubenrauch, Theologie, München)

Diskutant (fachnah): Prof. Dr. Ulrich Kropač, Theologie, Eichstätt

Diskutant (fachfremd): Dr. Michael Neecke, Ältere Dt. Literatur, Regensburg

à 15 Minuten

allgemeine Diskussion

Imbiss

Treffen der Studiengruppe

 

Donnerstag, 26.03.2015

09:00 – 09:15

09:15 – 10:00

 

10:00 – 10:30

 

10:30 – 11:00

 

11:15 – 12:00

12:00 – 12:30

 

12:30 – 13:15

 

 

 

13:15 – 14:30

14:30 – 15:00

15:00 – 15:45

15:45 – 16:00

16:00 – 16:30

 

16:30 – 16:45

 

17:05 – 17:50

 

17:50 – 18:20

 

18:20 – 18:50

 

19:00 – 19:30

 

     

Einleitung

4. Vortrag: Kausale Erklärungen und Grenzen der Kausalität in der Physik: das klassische Verständnis von Kausalität?

(Prof. Dr. Klaus Mecke, Physik, Erlangen)

Diskutant 1 (fachnah): Dr. Alexander Fink, Biophysik, Marburg

Diskutant 2 (fachfremd): Prof. Dr. Carsten Held, Philosophie, Erfurt

allgemeine Diskussion

Kaffeepause

5. Vortrag: Kausalität aus Sicht der Rechtswissenschaft (Prof. Dr. Martin Löhnig, Rechtswissenschaft, Regensburg)

Diskutant 1 (fachnah): Prof. Dr. Henning Müller, Strafrecht und Kriminologie , Regensburg

Diskutant 2 (fachfremd): Prof. Dr. Lis Brack-Bernsen, Wissenschaftsgeschichte, Regensburg

Diskussions-Workshops : Meinungen zu den „causae“ von Gewaltbereitschaft und die Kausalitätsverständnisse  in den Vorträgen 2-5

Die Teilnehmer/innen diskutieren in vier kleineren Gruppen die möglichen kausalen Zusammenhänge für die Entstehung von Gewaltbereitschaft.

in denen ihrer Meinung nach Gewaltbereitschaft zu sehen ist

Mittagsimbiss und Pause

Diskussionsleitung: Prof. Dr. Ulrich Kropač, Theologie, Eichstätt

allgemeine Diskussion zu (Verständnis-)Fragen an die Referenten der Vorträge 2-5

6. Vortrag: Gewaltbereitschaft als Thema der Kriminologie (Prof. Dr. Henning Müller, Strafrecht und Kriminologie , Regensburg)

KaffeepauseWuerfeld

Diskutant 1 (fachnah): Prof. Dr. Martin Löhnig, Rechtswissenschaft, Regensburg

Diskutant 2 (fachfremd): Prof. Dr. Peter Janich, Philosophie, Marburg

allgemeine Diskussion

Pause

7. Vortrag: Kausale Erklärungen von Gewalt in der (Neuro-)Biologie

(Prof. Dr. Inga Neumann, Tierphysiologie und Neurobiologie, Regensburg)

Diskutant (fachfremd): Dr. Michael Neecke, Ältere Dt. Literatur, Regensburg

Allgemeine Diskussion

Zwischenfazit im Hinblick auf die Leitfragen und mit besonderer Berücksichtigung der Frage, wo weltanschauliche Komponenten der Diskussion

zu finden sind (in Kleingruppen)

Treffen der Studierendengruppe

 

Freitag, 27.03.2015

09:00 – 09:45

      

Parallele thematische Workshops (verbindliche Wahl bei der Anmeldung zum Symposium), 15-minütige Impulsvorträge plus Diskussion

 
         Workshop 1:

 

 

Workshop 2:

 

 

Workshop 3:

Gewalterfahrung im KZ – Freiheitserfahrung durch Literatur

(Hartmut Duppel, Romanische Philologie, Regensburg)

Diskutant: Prof. Dr. Rainer Hammwöhner, Informationswissenschaft, Regensburg

Gewalt in den Medien – erhöhte Gewaltbereitschaft?

(Prof. Dr. Helmut Lukesch, Psychologie, Regensburg)

Diskutant: Prof. Dr. Matthias Brack, Theoretische Physik, Regensburg

Politik und Religion

(PD Dr. Oliver Hidalgo, Politikwissenschaft, Regensburg)

Diskutant: Prof. Dr. Kristian Steiner, Peace and conflict studies, Malmö (Schweden)

 

10:00 – 10:45

 

 

 

10:45 – 11:15

11:15 – 11:45

 

12:05 – 12:25

 

12:30 - 12:45 

      

Pause

Vortrag und Debatte:

Von den Chancen der Überwindung von psychischen Prägungen: „Neue Ursachen setzen“ oder „Den freien Willen stärken“?

8. Vortrag: Positionen und Schlussfolgerungen aus Sicht der Klinischen Psychologie

(Prof. Dr. Andreas Mühlberger, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Regensburg)

Debatte der Referenten der Psychologie, Philosophie und Theologie

Allgemeine Diskussion (30 Minuten)

Pause

Abschlussdiskussion in den vier Diskussionsgruppen vom Donnerstag zur Leitfrage: Was können die Wissenschaften zu einem

vertieften und  differenzierten Verständnis von „Kausalität“ in gesellschaftlichen  Zusammenhängen beitragen?

Schlussstatements aus den Gruppen im Plenum

 

Schlusswort, Ende 13 h.

 

„Kausalität“ ist ein zentrales Konzept im Verständnis von Wissenschaft: Wissenschaften erforschen ihre Gegenstände und untersuchen dabei Ursachen und Gründe. Eine stark wissens- und wissenschaftsbasierte Gesellschaft sucht bei den Wissenschaften Ansätze für die Lösung gesellschaftlicher Aufgaben und Probleme und fragt dabei ebenfalls nach kausalen Zusammenhängen, auch bei dem zu diskutierenden Anwendungsbeispiel „Gewaltbereitschaft und Gewaltbekämpfung“.

 

  • Welche kausalen Zusammenhänge führen zu unerwünschten, schädlichen oder erwünschten, nützlichen Wirkungen?

  • Wie könnte gesellschaftlich (politisch, gesetzlich, juristisch, ökonomisch, pädagogisch) gehandelt werden, um mit hinreichend hoher Erwartbarkeit Schädliches zu vermeiden oder zu überwinden sowie Nützliches zu ermöglichen oder gar herbeizuführen?

  

Wenn Wissenschaftler/innen auf solche Fragen Antworten bereitstellen, dann muss möglichst große Klarheit über das gegenseitige Verständnis des verwendeten Begriffs Kausalität hergestellt werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Also: 

  • Welches Verständnis von Kausalität liegt den jeweiligen gesellschaftlichen Fragestellungen zugrunde? Und:

  • Welches Verständnis von Kausalität liegt den wissenschaftlichen Fragestellungen und möglichen Antworten zugrunde?

 

 

Die Vorträge und Diskussionen des Symposiums behandeln  

  1. verschiedene Verständnisse von „Kausalität“ in den Wissenschaften und richten sich dabei auf einen differenzierten Aufriss der Unterschiede in den wissenschaftlichen Methodiken

  2. eine gesellschaftliche Fragestellung, die in drei von sieben Vorträgen und zwei von drei thematischen Workshops als konkretes Anwendungsbeispiel dient, um exemplarisch die dabei relevanten Verständnisse von Kausalität im Schnittbereich von wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlichen Problemlösungen zu prüfen: Gewaltbereitschaft und Gewaltbekämpfung.

 

Dieses Anwendungsbeispiel greift einen an der Universität Regensburg transdisziplinär breit besetzten Themenverbund in der Forschung auf: „Gewalt und Aggression in Natur und Kultur“ (http://www.uni-regensburg.de/forschung/gewalt-und-aggression/index.html).

Dabei sind weltanschauliche Aspekte, die in die gesellschaftliche Diskussion solcher Themen einfließen, ebenso zu berücksichtigen wie mögliche Missverständnisse im Transfer von gesellschaftlichen Fragestellungen in die Wissenschaften und von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Gesellschaft.

  

Allgemeine Leitfragen: 

  • Wie wird „Kausalität“ in der einzelnen Wissenschaft bzw. dem einzelnen Spezialgebiet verstanden? Welche Rolle spielen in der einzelnen Wissenschaft Hypothesen über die „Kausalität“ und welchen Anspruch auf „Wahrheit“ haben sie?

  • Gibt es in einem Spezialgebiet Schwierigkeiten, einen kausalen Zusammenhang zu erfassen?

  • Ist das Konzept „Kausalität“ die einzige Möglichkeit, Zusammenhänge zwischen Erscheinungen wissenschaftlich zu erfassen?

     

 

Leitfragen zum gesellschaftlichen Anwendungsbeispiel:  

  • Lässt sich Gewaltbereitschaft: 

  1. nachweisen

  2. kausal oder auf andere Weise erklären

  3. durch Setzen von neuen „causae“ bekämpfen oder überwinden?

Was können die einzelnen Wissenschaften zu einem vertieften und differenzierten Verständnis von „Kausalität“ in gesellschaftlichen Zusammenhängen beitragen?

In den Symposien diskutieren

wissenschaftlich Tätige und Interessierte, Studierende und Doktoranden aus allen Fachgebieten,

die an einem Dialog zwischen wissenschaftlich und weltanschaulich unterschiedlich geprägten Diskussionspartnern beteiligt sind oder in

   gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen mitarbeiten (möchten). 

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